Phishing ist eine Form der Tricktäuschung oder des Datendiebstahls, bei der mögliche Kunden von ISPs, Geldinstituten, Online-Banking-Anbietern, Behörden usw. als Zielgruppe verwendet werden.
Wenn Sie Ihre Email-Adresse im Internet zum Beispiel in Online-Formulare oder beim Zugriff auf Newsgroups oder Webseiten eingeben, können die Daten von Crawler-Programmen gestohlen und ohne Ihre Zustimmung für betrügerische Zwecke oder andere Straftaten eingesetzt werden.
Phisher erstellen gefälschte Webseiten, die aussehen, wie die Seiten bekannter und vertrauenswürdiger Anbieter. Anschließend wird mithilfe von Email-Datenbanken oder zufällig generierten Adressen der Köder ausgeworfen.
Eine Nachricht mit einem glaubwürdigen Betreff wird per Email oder Instant-Messenger verschickt. Darin wird nach vertraulichen Daten gefragt, die auf einer Webseite (Verknüpfungen wie “Hier klicken”, URL-Verknüpfungen, Bildverknüpfungen, Textverknüpfungen) oder direkt in einem Formular in der Email eingegeben werden sollen. Die Anfrage erscheint logisch und im Normalfall wird bei Nichtbeachtung mit Folgen gedroht, um eine sofortige Reaktion zu erwirken.
“Aktualisieren Sie Ihr PayPal-Konto”
“Ihr eBay-Konto wurde gesperrt!”
$ Nummer der Kreditkarte
$ Geheimzahl und TAN für Geldautomaten oder Online-Banking
$ Kontodaten
$ Sozialversicherungsnummer
$ Kennwörter
$ Email-Konto-Daten
$ andere persönliche Daten
Sobald diese Daten eingegeben wurden, sind sie nicht länger vertraulich oder geheim und werden von den Betrügern für eigene Zwecke missbraucht. Im Normalfall ist es sehr schwierig, sein Geld zurückzubekommen, denn die Phishing-Sites werden bereits nach wenigen Tagen oder sogar Stunden wieder vom Netz genommen.
Hauptsächlich wird eine vertrauenswürdig erscheinende Email verwendet, über die Sie auf eine gefälschte Webseite gelockt werden. Einige Phishing-Emails enthalten ein Antrags- oder Bestellformular im Nachrichtenteil der Email. Beachten Sie, dass die entsprechenden Stellen niemals Emails mit Formularen versenden oder nach persönlichen Angaben fragen.
Die URL der gefälschten Webseite kann vom richtigen URL abweichen. Aber URLs können auch gefälscht werden:
Die URL ähnelt der echten URL sehr, was nicht immer auf den ersten Blick auffällt. So kann die URL http://www.volksbank.com mit http://www.voIksbank.com gefälscht werden. Die sind doch gleich, meinen Sie? Weit gefehlt! Der Kleinbuchstabe “l” wurde im Beispiel durch ein großes “i” ersetzt.
Die gefälschte Webseite könnte ein Skript enthalten, das Sicherheitslücken (Exploits) des Browsers ausnutzt. In diesem Fall wird die korrekte URL angezeigt, aber der Inhalt der Webseite kommt vom betrügerischen Server. Ein Beispiel wäre das Einblenden eines gefälschten Bildes über der eigentlichen Adressleiste des Browsers. Sie können nicht in das Eingabefeld dieser Leiste klicken, um die URL zu markieren. Andere Exploits können ein gefälschtes Eingabefeld anzeigen, sodass Sie sogar in das Feld klicken und die URL markieren können.
Die Verknüpfung in der Email verweist auf die richtige Webseite, aber ein weiteres Browserfenster wird im Vordergrund geöffnet. Es ist grundsätzlich möglich, die echte Webseite ohne Gefahren zu betrachten, aber das zweite Fenster könnte gefährlich werden. Pop-ups verfügen gewöhnlich nicht über eine Adressleiste, an der sich gefälschte Webseiten erkennen lassen.
Einige gefälschte Sites zeigen die Adressleiste gar nicht an. Wenn Sie also nicht darauf achten, könnte es sein, dass Ihnen das Fehlen der Leiste nicht auffällt.
Es gibt weitere Techniken, die zusätzlich oder anstelle von Änderungen der Adressleiste verwendet werden können, um an vertrauliche Informationen heranzukommen.
Über eine andere Schwachstelle im Browser kann auch beliebige bösartige Software heruntergeladen und ausgeführt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Trojaner handeln, der alle Tastenanschläge aufzeichnet und den gesamten Internetverkehr überwacht vor allem, wenn Sie Daten in ein Online-Formular eingeben und absenden.
Hier spricht man auch von “Domain Spoofing”. Dabei werden Anwender auf eine gefälschte Webseite umgeleitet. Obwohl die URL im Browser korrekt eingegeben wurde, wird eine gefälschte Webseite aufgerufen. Die korrekte URL wird jedoch ohne Änderung angezeigt. Für eine solche Umleitung muss die Namensauflösung geändert werden. Das ist durch Ändern der TCP/IP-Protokolleinstellungen oder durch einen Eintrag in der Hostsdatei möglich.
Das ist wohl die anspruchsvollste Methode, da auf dem lokalen Rechner keine Änderungen erfolgen. Der Phisher sitzt als “Mann in der Mitte” zwischendrin und leitet Ihre Verbindung auf einen falschen Server um.
Eine Phishing-Webseite kann weitere Tricks verwenden, zum Beispiel:
Phishers umgehen eine Erkennung durch Antispam- und Antiphishing-Programme durch folgende Techniken:
Da Phisher so viele verschiedene Techniken oder sogar Kombinationen daraus verwenden, ist es nicht leicht zu erkennen, ob eine Email aus offizieller Quelle stammt oder nicht.
$ Die Phisher können Ihr Konto belasten.
$ Sie können neue Konten eröffnen oder Dienstleistungs- oder Mietverträge in Ihrem Namen eingehen.
$ Sie können eine falsche Identität verwenden und Verbrechen mit Ihren persönlichen Daten begehen.
Die Behebung eines Schadens, der durch Phishing entstanden ist, kostet Zeit und Nerven. Neben dem Produktivitätsverlust und der Nutzung von Netzressourcen sind vor allem Sie selbst der oder die Leidtragende bei Datendiebstahl. Sie müssen Ihre Identität nachweisen, Besitz und Rechte zurückfordern und vieles mehr, um wieder eine saubere Weste zu haben.
Viel einfacher ist es, ein paar grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten:
Quelle: antivir.de